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Kinky: die Bedeutung, einfach erklärt

Kinky heißt, kurz gesagt: abseits dessen, was die meisten für gewöhnlich halten, vor allem bei sexuellen Vorlieben. Hinter dem kleinen Wort steckt aber mehr.

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Das Wort kommt aus dem Englischen, wo es wörtlich „verdreht“ oder „geknickt“ bedeutet. Ins Deutsche wurde es nicht übersetzt, sondern einfach übernommen, und auch gebeugt wird es nicht: eine kinky Person, kinky Menschen. Gemeint sind Vorlieben, die vom gewohnten Weg abweichen. Der Vergleich passt ganz gut, denn auch ein Knick im Schlauch ist nur eine Abweichung von der geraden Linie, kein Schaden.

Alles, worum es auf dieser Seite geht, ist Sache von Erwachsenen, die es selbst so wollen.

Was ist ein Kink?

Kinky ist das Adjektiv, Kink das Substantiv. Ein Kink ist also eine einzelne Vorliebe dieser Art. Wer sagt „das ist mein Kink“, meint eine bestimmte Vorliebe. Die meisten Menschen, die sich als kinky bezeichnen, haben mehrere, und was einen anspricht, kann sich mit den Jahren ändern.

Wo das Gewöhnliche aufhört, hat übrigens niemand festgelegt. Eine Augenbinde ist für manche schon kinky, andere denken erst an feste Rollen und Regeln. Beides zählt.

Beispiele

  • Fesseln: vom Tuch bis zur japanischen Seilkunst Shibari.
  • Macht und Hingabe: Eine Person führt, die andere gibt die Führung ab, oft mit Regeln und Ritualen, die beide vereinbart haben.
  • Rollenspiele: gemeinsam eine Geschichte spielen.
  • Materialien und Kleidung: Leder, Latex, Uniformen. Hier geht es Richtung Fetisch.
  • Gewollter Schmerz: abgesprochen und mit der Möglichkeit, jederzeit aufzuhören.

Kink-friendly, kink curious, Kink-Shaming und Vanilla

Rund um das Wort sind ein paar englische Begriffe auch im Deutschen üblich:

  • Kink-friendly heißt: offen gegenüber kinky Menschen und ohne Vorurteile. Das Wort taucht zum Beispiel bei Beratungsangeboten auf.
  • Kink curious heißt: neugierig, aber noch ohne viel Erfahrung. Das ist ein völlig normaler Anfang.
  • Kink-Shaming heißt: jemanden wegen einer Vorliebe abwerten oder lächerlich machen.
  • Vanilla ist das Gegenteil von kinky: Menschen und Vorlieben ohne all das. Es ist kein Schimpfwort, sondern einfach eine andere Geschmacksrichtung.

Kink, Fetisch, BDSM: der Unterschied

Kink ist das weiteste Wort: jede Vorliebe, die vom Gewohnten abweicht.

Fetisch ist enger: Die Anziehung richtet sich auf einen Gegenstand, ein Material oder einen bestimmten Körperteil, zum Beispiel Leder, Latex oder Füße. Im Alltag gehen die beiden Wörter oft durcheinander, und das ist auch nicht schlimm.

BDSM ist der Teil, in dem es um Fesseln, Machtgefälle und manchmal um Schmerz geht. Wer BDSM mag, ist kinky, aber nicht alle, die kinky sind, mögen BDSM. Was die Buchstaben bedeuten, steht unter Was ist BDSM?

Ist es normal, kinky zu sein?

Jedenfalls bist du damit nicht allein. Es gibt Vereine, Stammtische, Messen und ganze Online-Communitys von Menschen, denen es genauso geht; einige davon nennt unsere Seite BDSM in Deutschland. Viele tragen einen Wunsch jahrelang mit sich herum, bevor sie ein Wort dafür finden, und sind erleichtert, dass es eines gibt.

Worauf es ankommt, ist nicht, wie selten etwas ist, sondern wie man damit umgeht. Die ganze Szene baut auf Konsens: Alle Beteiligten machen freiwillig mit, wissen, worauf sie sich einlassen, und können jederzeit aufhören.

Wie du darüber redest

Einen Kink anzusprechen, kostet viele mehr Überwindung als der Kink selbst. Ein paar Dinge helfen:

  • Such dir einen ruhigen Moment, ohne Zeitdruck.
  • Fang mit Neugier an. „Ich habe etwas gelesen, das mich angesprochen hat“ öffnet ein Gespräch. „Mir fehlt etwas“ schließt es eher.
  • Frag auch die andere Person. Gut möglich, dass sie selbst etwas noch nie ausgesprochen hat.
  • Nimm eine Liste zu Hilfe. Beide notieren für sich Ja, Vielleicht und Nein und vergleichen danach. So funktioniert auch die BDSM-Checkliste auf THE CAGE, für die du ein Konto brauchst.
  • Akzeptier ein Nein. Es gilt der Sache, nicht dir, und Drängen macht daraus kein Ja.

Mit Leuten reden, die sich auskennen

Wenn du noch niemanden hast, mit dem du darüber reden kannst, hilft es oft, erst einmal mitzulesen. Das geht auf THE CAGE, einer internationalen BDSM-Community: Mitglieder schreiben dort Profile und Blogs, diskutieren im Forum und reden in den Chaträumen, überwiegend auf Englisch. Das Konto ist kostenlos, Forum und Chaträume kosten ebenfalls nichts. Wenn du dich aus Deutschland registrierst, gehört eine Altersprüfung (18+) dazu; sie läuft über Yoti.

Häufige Fragen zu kinky und Kink

Was bedeutet kinky?

Kinky beschreibt Vorlieben, meist sexuelle, die von dem abweichen, was die meisten für gewöhnlich halten. Das kann eine Kleinigkeit sein oder etwas, das mit festen Rollen und Regeln einhergeht.

Was heißt kinky auf Deutsch?

Wörtlich „verdreht“ oder „geknickt“. Im übertragenen Sinn sagt man manchmal „ausgefallen“ oder „unkonventionell“, aber meist bleibt es einfach beim englischen Wort.

Was ist der Unterschied zwischen Kink und Fetisch?

Kink ist jede Vorliebe abseits des Gewohnten. Ein Fetisch ist enger gefasst: Die Anziehung richtet sich auf einen Gegenstand, ein Material oder einen Körperteil. Im Alltag werden die Wörter oft vermischt.

Ist kinky das Gleiche wie BDSM?

Nein. BDSM ist ein Teil davon, nämlich der mit Fesseln, Machtgefälle und manchmal Schmerz. Kinky ist weiter gefasst. Mehr dazu unter Was ist BDSM?

Was ist das Gegenteil von kinky?

Vanilla. So nennt die Szene Vorlieben ohne all das, und die Menschen, denen das genau recht ist. Abwertend ist das nicht gemeint.

Woher weiß ich, ob ich kinky bin?

Einen offiziellen Test gibt es nicht. Wenn dich etwas anspricht, das über das hinausgeht, was du gewöhnlich nennen würdest, kannst du das Wort für dich benutzen. Das entscheidest nur du.

Mitlesen und mitreden

Für Forum und Chaträume brauchst du nur ein Konto, und das ist kostenlos.

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