Kinky heißt, kurz gesagt: abseits dessen, was die meisten für gewöhnlich halten, vor allem bei sexuellen Vorlieben. Hinter dem kleinen Wort steckt aber mehr.
Das Wort kommt aus dem Englischen, wo es wörtlich „verdreht“ oder „geknickt“ bedeutet. Ins Deutsche wurde es nicht übersetzt, sondern einfach übernommen, und auch gebeugt wird es nicht: eine kinky Person, kinky Menschen. Gemeint sind Vorlieben, die vom gewohnten Weg abweichen. Der Vergleich passt ganz gut, denn auch ein Knick im Schlauch ist nur eine Abweichung von der geraden Linie, kein Schaden.
Alles, worum es auf dieser Seite geht, ist Sache von Erwachsenen, die es selbst so wollen.
Kinky ist das Adjektiv, Kink das Substantiv. Ein Kink ist also eine einzelne Vorliebe dieser Art. Wer sagt „das ist mein Kink“, meint eine bestimmte Vorliebe. Die meisten Menschen, die sich als kinky bezeichnen, haben mehrere, und was einen anspricht, kann sich mit den Jahren ändern.
Wo das Gewöhnliche aufhört, hat übrigens niemand festgelegt. Eine Augenbinde ist für manche schon kinky, andere denken erst an feste Rollen und Regeln. Beides zählt.
Rund um das Wort sind ein paar englische Begriffe auch im Deutschen üblich:
Kink ist das weiteste Wort: jede Vorliebe, die vom Gewohnten abweicht.
Fetisch ist enger: Die Anziehung richtet sich auf einen Gegenstand, ein Material oder einen bestimmten Körperteil, zum Beispiel Leder, Latex oder Füße. Im Alltag gehen die beiden Wörter oft durcheinander, und das ist auch nicht schlimm.
BDSM ist der Teil, in dem es um Fesseln, Machtgefälle und manchmal um Schmerz geht. Wer BDSM mag, ist kinky, aber nicht alle, die kinky sind, mögen BDSM. Was die Buchstaben bedeuten, steht unter Was ist BDSM?
Jedenfalls bist du damit nicht allein. Es gibt Vereine, Stammtische, Messen und ganze Online-Communitys von Menschen, denen es genauso geht; einige davon nennt unsere Seite BDSM in Deutschland. Viele tragen einen Wunsch jahrelang mit sich herum, bevor sie ein Wort dafür finden, und sind erleichtert, dass es eines gibt.
Worauf es ankommt, ist nicht, wie selten etwas ist, sondern wie man damit umgeht. Die ganze Szene baut auf Konsens: Alle Beteiligten machen freiwillig mit, wissen, worauf sie sich einlassen, und können jederzeit aufhören.
Einen Kink anzusprechen, kostet viele mehr Überwindung als der Kink selbst. Ein paar Dinge helfen:
Wenn du noch niemanden hast, mit dem du darüber reden kannst, hilft es oft, erst einmal mitzulesen. Das geht auf THE CAGE, einer internationalen BDSM-Community: Mitglieder schreiben dort Profile und Blogs, diskutieren im Forum und reden in den Chaträumen, überwiegend auf Englisch. Das Konto ist kostenlos, Forum und Chaträume kosten ebenfalls nichts. Wenn du dich aus Deutschland registrierst, gehört eine Altersprüfung (18+) dazu; sie läuft über Yoti.
Kinky beschreibt Vorlieben, meist sexuelle, die von dem abweichen, was die meisten für gewöhnlich halten. Das kann eine Kleinigkeit sein oder etwas, das mit festen Rollen und Regeln einhergeht.
Wörtlich „verdreht“ oder „geknickt“. Im übertragenen Sinn sagt man manchmal „ausgefallen“ oder „unkonventionell“, aber meist bleibt es einfach beim englischen Wort.
Kink ist jede Vorliebe abseits des Gewohnten. Ein Fetisch ist enger gefasst: Die Anziehung richtet sich auf einen Gegenstand, ein Material oder einen Körperteil. Im Alltag werden die Wörter oft vermischt.
Nein. BDSM ist ein Teil davon, nämlich der mit Fesseln, Machtgefälle und manchmal Schmerz. Kinky ist weiter gefasst. Mehr dazu unter Was ist BDSM?
Vanilla. So nennt die Szene Vorlieben ohne all das, und die Menschen, denen das genau recht ist. Abwertend ist das nicht gemeint.
Einen offiziellen Test gibt es nicht. Wenn dich etwas anspricht, das über das hinausgeht, was du gewöhnlich nennen würdest, kannst du das Wort für dich benutzen. Das entscheidest nur du.
Für Forum und Chaträume brauchst du nur ein Konto, und das ist kostenlos.
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