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Das BDSM-Lexikon

Die Wörter und Abkürzungen, die dir in der Szene, in Foren und auf Profilen begegnen. Kurz erklärt, mit Verweisen, wo es mehr zu lesen gibt.

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Vieles davon kommt aus dem Englischen und wird im Deutschen einfach übernommen. Wo es ein deutsches Wort gibt, steht es dabei. Vollständig ist die Liste nicht, und nicht alle benutzen die Wörter gleich. Wenn du unsicher bist, frag einfach nach: Dafür musst du dich nicht schämen.

Grundbegriffe

  • BDSM: Sammelbegriff aus drei Paaren: Bondage und Disziplin, Dominanz und Submission, Sadismus und Masochismus. Mehr auf Was ist BDSM?
  • SM, Sadomaso: das ältere Wort. Streng genommen meint es Sadismus und Masochismus, im Alltag oft das Ganze.
  • Kink, kinky: Vorlieben abseits dessen, was die meisten für gewöhnlich halten. Mehr auf Kinky: die Bedeutung.
  • Fetisch: eine starke Anziehung durch einen Gegenstand, ein Material oder einen Körperteil, zum Beispiel Leder, Latex oder Füße.
  • Vanilla: ohne BDSM und Kink. Das Wort ist kein Vorwurf.
  • Die Szene: die Menschen, Vereine und Treffen rund um BDSM.
  • Session: ein abgegrenzter Zeitraum, in dem gespielt wird. Spielen ist das übliche Wort für alles, was dabei passiert.
  • Konsens, einvernehmlich: Alle wissen, worauf sie sich einlassen, wollen es und können jederzeit aufhören. Ohne Konsens ist es kein BDSM.

Rollen

  • Dominant, Dom: die Person, die führt.
  • Devot, Sub: die Person, die die Kontrolle abgibt. Das Substantiv dazu ist Unterwerfung, in Fachtexten Submission.
  • Herr, Herrin: Rolle und Anrede dominanter Menschen, oft in einer festen Beziehung.
  • Domina: im Deutschen meist eine Frau, die Sessions beruflich und gegen Bezahlung anbietet. Bezahlte Sessions sind auf THE CAGE nicht erlaubt.
  • Switch: mag beide Seiten.
  • Top, Bottom: wer in einem bestimmten Moment den aktiven und wer den empfangenden Part hat, unabhängig vom Machtgefälle.
  • Sadistisch, masochistisch: Sadistisch ist, wer im Spiel gern Schmerz zufügt, und zwar jemandem, der genau das möchte; masochistisch, wer diesen Schmerz gern empfängt.
  • Brat: eine devote Person, die aus Spaß Widerstand leistet, weil das zum vereinbarten Spiel gehört.

Mehr zu den Rollen steht auf Devot und dominant.

Abkürzungen

  • D/s: Dominanz und Submission. Das große D und das kleine s stehen absichtlich so da.
  • M/s: Master/slave, also eine Beziehung zwischen einem Herrn oder einer Herrin und einer Person in Sklavenrolle, in der die Abgabe von Kontrolle sehr weit geht.
  • SSC: Safe, Sane, Consensual, auf Deutsch: sicher, mit klarem Verstand, einvernehmlich.
  • RACK: Risk-Aware Consensual Kink: Alle kennen die Risiken und stimmen trotzdem zu.
  • 24/7: ein Machtgefälle, das auch im Alltag gilt, nicht nur in einer Session.
  • TPE: Total Power Exchange, eine Beziehung, in der eine Person sehr weitgehend die Entscheidungen der anderen übernimmt, weil beide das so wollen.

SSC und RACK sind Haltungen, keine Garantien. Risikolos macht keine von beiden etwas.

Absprachen und Sicherheit

  • Absprache: das Gespräch vorher über Wünsche, Grenzen und Risiken.
  • Harte Grenze, weiche Grenze: Eine harte Grenze gilt immer. Eine weiche Grenze ist etwas, das vielleicht geht, unter bestimmten Bedingungen. Auf Profilen stehen dafür oft die Wörter Tabus und No-Gos.
  • Safeword: ein vereinbartes Stoppwort, das alles sofort beendet, zum Beispiel „Rot“ oder „Ananas“. Mehr auf Safeword.
  • Ampelsystem: Grün heißt weiter, gelb heißt langsamer, rot heißt Stopp.
  • BDSM-Vertrag, Sklavenvertrag: Absprachen auf Papier. Mehr auf BDSM-Vertrag.
  • Neigungsbogen: eine Liste von Vorlieben, die man für sich oder gemeinsam ausfüllt. Die BDSM-Checkliste auf THE CAGE ist so etwas Ähnliches.
  • Aftercare: die Fürsorge nach der Session.
  • Subdrop, Domdrop, Topdrop: das Tief, das nach einer intensiven Session kommen kann, auch erst Tage später. Mehr auf Aftercare und Subdrop.
  • Subspace: ein tranceartiger Zustand, in den eine devote Person geraten kann. Wer darin ist, kann weniger gut einschätzen, was passiert, und die andere Person achtet dann umso mehr darauf.
  • Nüchtern spielen: ohne Alkohol und andere Drogen, weil man Grenzen sonst schlechter spürt.

Beziehung und Macht

  • Machtgefälle, Machtaustausch (Power Exchange): Eine Person gibt freiwillig Kontrolle ab, die andere übernimmt sie, nach Absprache.
  • Halsband: im BDSM oft ein Zeichen für eine Beziehung, ähnlich wie ein Ring. Was es bedeutet, legen die beiden Beteiligten selbst fest.
  • Protokoll: hier nicht das Sitzungsprotokoll, sondern feste Regeln und Rituale, die zu einem Machtgefälle gehören können, etwa eine bestimmte Anrede.

Material und Praxis

  • Bondage: die Bewegungsfreiheit einschränken, mit Seil oder Fesseln.
  • Shibari, Kinbaku: die japanische Seilkunst. Mehr auf Shibari und Bondage.
  • Rope Jam: ein Treffen zum gemeinsamen Üben mit Seilen.
  • Handschellen, Fesseln: Handschellen sind aus Metall, Fesseln meist aus Leder.
  • Knebel: macht Sprechen schwer. Wer einen trägt, braucht ein Stoppzeichen ohne Worte.
  • Rohrstock, Andreaskreuz, Spielmöbel: die Ausstattung, die du auf Messen und in Vereinsräumen siehst: ein dünner Stock, ein X-förmiges Gestell und Möbel, die eigens für das Spiel gebaut sind. Am Anfang brauchst du nichts davon.

Treffen

  • Stammtisch: ein regelmäßiges Treffen in einem Lokal zum Reden. Der übliche Einstieg. In der Schweiz oft einfach Stamm. Mehr auf Der BDSM-Stammtisch.
  • Munch: das englische Wort für einen Stammtisch.
  • Workshop: ein Kurs zu einem Thema, oft bei Vereinen.
  • Messe: In Deutschland gibt es mehrere große BDSM- und Fetischmessen für Erwachsene. Welche, steht auf BDSM in Deutschland.

Rund um Kink

  • Kink-friendly: offen gegenüber kinky Menschen und ohne Vorurteile.
  • Kink curious: neugierig, aber noch ohne viel Erfahrung.
  • Kink-Shaming: jemanden wegen einer Vorliebe abwerten oder lächerlich machen.

Wenn dir ein Wort fehlt, frag einfach. THE CAGE ist eine internationale BDSM-Community mit Profilen, Blogs, einem Forum und Chaträumen, in denen vor allem auf Englisch geschrieben wird. Die Registrierung ist kostenlos, Forum und Chaträume auch. Wenn du dich aus Deutschland registrierst, gehört eine Altersprüfung (18+) dazu; sie läuft über Yoti.

Häufige Fragen

Was bedeuten SSC und RACK?

SSC steht für „sicher, mit klarem Verstand, einvernehmlich“. RACK steht für das englische „risk-aware consensual kink“: Alle kennen die Risiken und stimmen trotzdem zu. Beides sind Haltungen, keine Garantien.

Was bedeutet D/s?

Dominanz und Submission: ein vereinbartes Machtgefälle zwischen zwei oder mehr Menschen. Das große D und das kleine s stehen absichtlich so da.

Was ist der Unterschied zwischen Dom und Top?

Dom beschreibt eine Rolle, in der jemand die Kontrolle hat. Top beschreibt nur, wer in einem bestimmten Moment den aktiven Part hat.

Was heißt Vanilla?

Ohne BDSM und Kink. So nennt die Szene sowohl Vorlieben als auch Menschen, die damit nichts zu tun haben. Abwertend ist das nicht gemeint.

Selbst mitreden

Ein Konto ist kostenlos. Im Forum und in den Chaträumen findest du Menschen, die diese Wörter jeden Tag benutzen, meist auf Englisch.

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