Du brauchst dafür keine Ausrüstung, keine Erfahrung und auch noch keine Antwort auf die Frage, was du eigentlich bist. Was du brauchst, sind Neugier und ein paar Gespräche.
Vielleicht beschäftigt dich das Thema schon lange, vielleicht bist du gerade erst darüber gestolpert. Vielleicht willst du es in deiner Beziehung ausprobieren, vielleicht bist du allein unterwegs. Für all das gibt es keinen vorgeschriebenen Weg. Aber ein paar Dinge helfen fast immer, und die meisten haben nichts mit dem zu tun, was du in Shops und auf Hochglanzseiten findest. Das alles richtet sich an Erwachsene und beruht darauf, dass alle Beteiligten es selbst so wollen.
Lies, was dir über den Weg läuft, und achte darauf, was dich anspricht und was nicht. Einen ersten Überblick geben Was ist BDSM? und die Bedeutung von kinky. Unbekannte Wörter stehen im BDSM-Lexikon.
Du musst dich dabei nicht festlegen. Ob du eher devot oder dominant bist oder beides, merkst du vielleicht erst später, und auch das kann sich ändern. Und nicht alles, was dir in der Fantasie gefällt, musst du auch im echten Leben wollen. Das ist völlig in Ordnung.
Ohne Konsens ist es kein BDSM. Konsens heißt: Alle wissen, worauf sie sich einlassen, sagen freiwillig Ja und können jederzeit aufhören. Ein Ja von gestern gilt heute nicht automatisch. Wer dich drängt oder dir einredet, du müsstest etwas aushalten, um dazuzugehören, meint es nicht gut mit dir.
Die Absprache ist keine lästige Pflicht, die man vor dem Eigentlichen abhakt. Für viele ist sie der Anfang von allem. Das gehört in dieses Gespräch:
Wie das schriftlich aussehen kann, steht auf der Seite zum BDSM-Vertrag. Ein Papier braucht es dafür aber nicht. Eine gute Gesprächshilfe ist die BDSM-Checkliste auf THE CAGE: Sie gehört zu deinem Konto, ist kein Test mit Ergebnis, sondern eine Liste von Antworten, und andere Mitglieder können sie ansehen; du bestimmst, wer.
Das Gespräch ist für viele das Schwierigste. Wähl einen ruhigen Moment, nicht das Bett und nicht den Streit. Fang klein an: „Ich habe über etwas gelesen, das mich neugierig macht.“ Und lass der anderen Person Zeit. Ein Nein zu einer Sache ist kein Nein zu dir. Wenn dein Gegenüber gar nichts damit anfangen kann, habt ihr ein Thema, aber keine Katastrophe.
Fangt dann langsam an, immer nur mit einer Sache und so, dass ihr jederzeit einfach aufhören könnt. Bleibt nüchtern, nehmt euch Zeit und redet hinterher darüber, was gut war und was nicht. Dass etwas im Film gut aussieht, sagt nichts darüber aus, ob es sicher ist. Das zeigt sich zum Beispiel beim Fesseln: Darüber, was dabei schiefgehen kann, steht mehr auf Shibari und Bondage. Sicher wird dadurch nichts, aber die Risiken werden kleiner, wenn du sie kennst.
Dann ist ein Stammtisch der beste nächste Schritt: ein Treffen in einem Lokal, in Alltagskleidung, bei dem man vor allem redet. Dort lernst du Menschen kennen, die all das schon hinter sich haben, und du kannst fragen, was du willst. Gruppen stehen auf BDSM in Deutschland, BDSM in Österreich und BDSM in der Schweiz. Wer jemanden sucht, findet auf BDSM-Dating ein paar Hinweise, auch dazu, wie ein erstes Treffen sicherer wird.
Viele schämen sich am Anfang, oder sie fragen sich, ob mit ihnen etwas nicht stimmt. Das geht vorbei, und Gespräche mit anderen helfen dabei am meisten. Was Erwachsene freiwillig miteinander tun und niemandem schadet, ist kein Grund, an dir zu zweifeln. Und wenn dich etwas wirklich belastet, sprich mit einer Beratungsstelle oder einer Therapeutin oder einem Therapeuten, möglichst mit jemandem, der das Thema vorurteilsfrei behandelt.
THE CAGE ist eine internationale BDSM-Community mit Profilen, Blogs, einem Forum und Chaträumen, in denen vor allem auf Englisch geschrieben wird. Die Registrierung ist kostenlos, Forum und Chaträume auch. Auch wenn du ganz neu bist, kannst du dort Fragen stellen oder im Chat einfach mitlesen. Wenn du dich aus Deutschland registrierst, gehört eine Altersprüfung (18+) dazu; sie läuft über Yoti. Die Oberfläche kannst du in den Einstellungen auf Deutsch (Beta) stellen, vieles bleibt aber auf Englisch. Schreibst du uns, antworten wir auf Englisch.
Mit Lesen und mit Gesprächen. Finde heraus, was dich anspricht, und geh, wenn du möchtest, zu einem Stammtisch. Mit dem Ausprobieren musst du dich nicht beeilen.
Nein. Viele wissen das am Anfang nicht, und manche sind beides. Die Wörter sind eine Hilfe, keine Prüfung.
Nein. Was du am Anfang vor allem brauchst, sind Gespräche. Wer etwas ausprobieren möchte, kommt mit sehr wenig aus; für Fesseln gilt allerdings: Lern das lieber bei jemandem, der es kann.
In einem ruhigen Moment und mit kleinen Schritten, zum Beispiel: „Ich habe über etwas gelesen, das mich neugierig macht.“ Gib der anderen Person Zeit, und akzeptiere auch ein Nein.
Du bist damit nicht allein. Solange alle Beteiligten erwachsen sind und es selbst so wollen, gibt es keinen Grund, an dir zu zweifeln.
Im Netz gibt es verschiedene Tests. Auf THE CAGE gibt es dafür die BDSM-Checkliste; sie vergibt keine Punkte, sondern hält fest, was dich anspricht und was nicht. Du brauchst dafür ein Konto.
Ein Konto kostet nichts. Du wählst einen Nickname und entscheidest selbst, was du von dir erzählst.
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