Was nach einer Session passiert, gehört zur Session dazu: die Fürsorge danach, und das Tief, das manchmal erst Tage später kommt.
Aftercare ist die Fürsorge nach der Session: sich Zeit nehmen, wieder ankommen, einander zeigen, dass alles in Ordnung ist. Vom Tätowieren kennst du das Wort vielleicht auch, aber hier ist etwas anderes gemeint. Das Wort wird im Deutschen selten übersetzt, die Sache selbst ist ganz einfach: Nach etwas Intensivem bist du nicht sofort wieder im Alltag, und das muss auch niemand von dir verlangen.
Das ist bei allen Menschen anders, und es kann sich auch von Mal zu Mal ändern. Häufig gehören dazu:
Sprecht vorher darüber, zumindest kurz: Was brauchst du danach? Wer gerade aus einer Session kommt, kann das nicht immer gut benennen. Das gilt für beide Seiten. Auch die Person, die geführt hat, kann danach etwas brauchen.
Ein Subdrop (auch Sub Drop) ist ein Tief, das eine devote Person nach einer intensiven Session erleben kann. Du fühlst dich vielleicht müde, traurig, gereizt oder leer, oder du zweifelst plötzlich an allem, was eben noch schön war. Oft kommt das nicht sofort, sondern Stunden oder ein bis zwei Tage später, wenn du längst wieder im Alltag bist. Häufig wird das mit dem Abklingen von Adrenalin und anderen körpereigenen Stoffen erklärt; sicher weiß man es nicht.
Ein Drop sagt nichts darüber aus, ob die Session gut oder schlecht war. Er kann auch nach einem wunderbaren Abend kommen. Viele kennen das, und er geht in der Regel wieder vorbei. Aber wer zum ersten Mal einen erlebt und nicht weiß, was das ist, erschrickt oft.
Auch wer führt, kann in ein Tief fallen. Das nennt man Domdrop oder Topdrop: Schuldgefühle, Selbstzweifel, die Frage, ob man zu weit gegangen ist. Darüber wird weniger gesprochen, weil Dominante angeblich immer alles im Griff haben. Das stimmt nicht, und es muss auch niemand vorspielen.
Ein Drop kann sich mies anfühlen, aber er ist nicht dasselbe wie das Gefühl, dass deine Grenzen überschritten wurden. Wenn du im Rückblick denkst, dass etwas gegen deinen Willen geschehen ist, oder wenn dein Gegenüber dein Safeword übergangen hat, dann ist das kein Drop, der von allein vergeht. Sprich mit jemandem, dem du vertraust.
Und wenn es nach ein paar Tagen nicht besser wird oder es dir wirklich schlecht geht, hol dir Hilfe, bei einer Ärztin, einem Arzt oder in einer Beratungsstelle. Dieser Text ist keine medizinische Beratung.
Viele Erfahrungen mit Drops findest du nur, wenn du mit anderen sprichst, auf einem Stammtisch oder online. THE CAGE ist eine internationale BDSM-Community mit Profilen, Blogs, einem Forum und Chaträumen, in denen vor allem auf Englisch geschrieben wird. Die Registrierung ist kostenlos, Forum und Chaträume auch. Wenn du dich aus Deutschland registrierst, gehört eine Altersprüfung (18+) dazu; sie läuft über Yoti.
Aftercare ist die Fürsorge nach einer BDSM-Session: Decke, Wasser, Nähe oder Ruhe, ein Gespräch, eine Nachricht am nächsten Tag. Was genau dazugehört, ist bei allen anders.
Ein Tief, das eine devote Person nach einer intensiven Session erleben kann: Müdigkeit, Traurigkeit, Gereiztheit oder Zweifel, oft erst Stunden oder Tage später.
Das ist unterschiedlich; meist geht es nach kurzer Zeit wieder vorbei. Wenn es nach ein paar Tagen nicht besser wird oder dir wirklich schlecht geht, hol dir Hilfe.
Ja. Das nennt man Domdrop oder Topdrop. Auch wer führt, kann danach Schuldgefühle oder Zweifel haben und braucht dann Aftercare.
Nicht immer in derselben Form. Manche wollen danach Nähe, andere einfach ihre Ruhe. Wichtig ist, dass ihr vorher darüber gesprochen habt, was ihr danach braucht.
Nein. Ein Drop kann auch nach einem schönen Abend kommen. Fühlt es sich aber so an, als seien deine Grenzen überschritten worden, ist das etwas anderes: Sprich dann mit jemandem, dem du vertraust.
Ein Konto ist kostenlos. Im Forum und in den Chaträumen kannst du dich mit anderen austauschen, meist auf Englisch.
Kostenlos registrieren